VBT 2009/4

w?atf mit Stil, Kopf und Herz Das soziale Kapital eines guten Netzwerks ist ein wichtiger Baustein bei der Gründung eines Unternehmens. Vienna Business Times sprach mit Sonja Weinstabel, Besitzerin des Concept Stores „w?atf“, die in der Wiener Modewelt „netzwerkt“. Sonjas Concept Store „What about the future“ (kurz:„w?atf“) bietet ein ausgesuchtes Angebot an Mode & Accessoires, Musik, Literatur, Design und Kunst. „w?atf“ ist ein Ort der Begegnung und des Austausches zwischen Künstlern, Kreativen und Kunden. Was bedeutet Networking für dich und deinen Concept Store? Es ist die Basis meines Unternehmens und eine der Ursachen des Erfolgs. Mein Netzwerk ist sehr breit gefächert, ich pflege Kontakt zu Menschen unterschiedlichster Berufe und Gesellschaftsschichten aus dem Umfeld von Mode, Lifestyle, Musik, Design und Kunst. Hier erhalte ich permanent Unterstützung und kann diese wiederum über das Geschäft zurückgeben. Ein wichtiger Bestandteil meines Konzepts ist z. B. Musik. Es gibt wöchentlich DJ-Sessions im Laden, hier werde ich von einer DJ-Plattform namens Take A Break unterstützt. Sie kümmern sich um die DJs, ich biete ihnen dafür Raum für Austausch und PR in Newslettern, auf Flyern und in Presseaussendungen. Wie und wo netzwerkst du und bedienst du dich bestimmter Networking Tools, wie z. B. Social Communities? Vorwiegend bei Veranstaltungen, die thematisch in mein Umfeld passen, und bei Partys. Facebook & Co nutze ich auch, wobei mir der persönliche Austausch – also von Angesicht zu Angesicht – lieber ist als der virtuelle. Hast du einen persönlichen Stil beim Networken? Nicht unbedingt, aber mir ist es wichtig, offen und ehrlich mit den Leuten umzugehen, geradeheraus zu sagen, worum es mir geht, eben in erster Linie um den Austausch. Wie könnten wir kooperieren, voneinander profitieren, einander gegenseitig unterstützen, gibt es Schnittstellen? Es ist ja immer wichtig sich „richtig“ zu präsentieren. Wie sehr spielt Gefühl für die Situation und das Gegenüber eine Rolle? Intuition und Empathie spielen eine wichtige Rolle beim Netzwerken. Was könnte mein Gegenüber an mir oder meinem Business interessieren? Wie kann ich die Neugier meines Gesprächspartners wecken? Es ist für mich eine Herausforderung, im ersten Gespräch spontan Ideen und Gedankenblitze auszusprechen, welche Vorteile eine Zusammenarbeit, eine Kooperation für vernetzte mode im porträt beide Seiten haben könnte. Oft steigen dann meine Gesprächspartner in das Brainstorming ein. So wurden schon Projekte geboren. Hattest du schon mal das Gefühl, mehr zu geben als zu nehmen? Es gibt Menschen, die können netzwerken, andere können oder wollen es nicht. Mir macht es Spaß und ich gebe auch gerne. Ich lege das auch nicht auf die Waagschale, geben kann man nicht erzwingen. Bisher habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es ist wichtig, aufrichtig und ehrlich miteinander umzugehen, offen auszusprechen, was man gerne möchte. Auf dieser Basis kann über alles ganz klar geredet werden, dann gibt es auch keine Missverständnisse. Wo liegt der Unterschied zu z. B. einem Freundschaftsdienst? Bei Freundschaftsdiensten tu ich etwas für einen Menschen, der mir wichtig ist, ohne zu erwarten, dass etwas zurückkommt. Das sollte ein selbstloses Agieren sein. Bei Networking gehe ich ja methodisch vor, mit dem Ziel zu profitieren. Ein Tipp fürs richtige Netzwerken? Offen und aufrichtig miteinander umgehen! www.whatatf.com #4/09 Vienna Business Times 25

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