VBT 2009/4

Ich halte z. B. nichts davon, bei einer großen Veranstaltung zu stehen und mich mit jemandem zu unter- halten, bei dem ich als Gesprächspartner das Gefühl bekomme: Die Person hält immer Ausschau nach dem nächsten A-Prominenten, wer könnte noch wichtiger sein. Wer Interesse mit Berechnung einsetzt, vermittelt das auch subtil durch seine eigene Körpersprache. Und das ist schnell zu durchschauen. Man muss sich auf den Gesprächspartner konzentrieren, den Dialog als solchen pflegen, Interesse, das ernst gemeint ist, am Menschen zeigen. Und: einem Menschen mit Wertschätzung begegnen. Wenn man Einfühlungsvermögen beweist und sein Gegenüber respektiert, ist ein derartiges Zusammentreffen zwischen zwei Menschen eine ehrlich empfundene Bereicherung für beide Seiten. Als Jugendlicher ist man manchmal ein wenig unsicher – z. B. wenn man zu schüchtern ist, auf andere gleich direkt zuzugehen. Haben Sie einen Tipp? Wir sind doch alle im Laufe unseres Lebens schon unsicher gewesen. Das ist kein Makel. Authentisch zu sein, ist wichtiger. Man kann aber mit einer kleinen Übung Sicherheit trainieren: Stellen Sie sich hin, fest mit den Füßen auf dem Boden. Dann atmen Sie durch und spüren Sie, wie Sie mit der Erde, auf der Sie stehen, verbunden sind. So fokus- siert man sich und verankert sich in sich selbst. Und ein kleiner Tipp, wenn Sie einen Raum mit vielen Menschen betreten: Achten Sie darauf, dass Sie nicht an der Seite entlanggehen. Gehen Sie bewusst in die Mitte, auch wenn es Sie anfangs etwas Überwindung kostet. Gehen Sie auf einen Menschen offen zu, freuen Sie sich über diese Begegnung und teilen Sie das Ihrem Gesprächspartner auch mit. Das öffnet „Türen“, und Sie werden von Ihrem Gegenüber positiv und mit Wertschätzung aufgenommen. www.raiffeisenbank.at Dr. Georg Kraft-Kinz ist auch Obmann des Vereins „Wirtschaft für Integration“, einem Wirtschaftsnetzwerk, das Integration als wichtigen Impuls für den Wirtschaftsstandort Wien begreift und entsprechende Aktivitäten, Initiativen und Projekte unterstützt. „UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund sind aus der Wiener Wirtschaft nicht wegzudenken. Ein offener Blick in die Welt und auf andere Kulturen ist wichtig, um den Wirtschaftsstandort Wien nicht zu gefährden. Der Verein sieht sich als Impulsgeber für Wirtschaft, Politik und Bevölkerung und will eine De- Qualifizierung Betroffener verhindern“, betont Dr. Kraft-Kinz. www.vwfi.at Dr. Georg Kraft-Kinz ist Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG und für die Geschäftsgruppe „Privat- und Gewerbekunden“ im Unternehmen verantwortlich. In einer Management- analyse durch HILL International für ein österreichisches Wirtschafts- magazin wurde er u. a. als „hervorragender Netzwerker, der für das Unternehmen die richtigen Allianzen findet“ bezeichnet. #4/09 Vienna Business Times 09 ONEYE/Gottwald Meinrad, shutterstock.com/Photosani

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